Eine Zugfahrt, die ist…

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Wir wollten es mal mit dem Zug versuchen, da Nele Autofahren nicht so richtig (also eigentlich überhaupt nicht) leiden kann. Oder die Babyschale. Oder rückwärts fahren. Oder alles zusammen. Also habe ich uns zwei Plätze im Zug nach Bayern gebucht. Ich war ziemlich gespannt, wie Nele Zugfahren findet. Die Fahrten mit dem Auto, die nicht unbedingt notwendig sind, vermeide ich freiwillig.

Ob wir wohl alleine im Kleinkindabteil sein werden oder ob noch andere Familien, Mamas oder Papas mitfahren? Nehme ich den Kinderwagen oder lieber die Babyschale für Omas Auto mit? Fahren wir lieber vormittags oder zu einer anderen Tageszeit? Und an welchem Wochentag? Fragen über Fragen.

Nein, wir waren nicht allein im Kleinkindabteil. Ein Geschäftsreisender und ein älteres Ehepaar, von dem mindestens einer noch bis kurz vor der Abfahrt die Fluppe im Mundwinkel hängen hatte, teilten sich mit uns das Kleinkindabteil der DB auf der Hinfahrt. Von anderen Kleinkindern keine Spur. Freundlicherweise bemerkte der Mann irgendwann während der Fahrt in Richtung seiner Frau, dass mein Kind ja überhaupt nicht stört. Aha. Ich hatte plötzlich große Lust auf wilde Stillspiele mit fröhlichem Plätze tauschen, damit das Kind in Ruhe trinken kann.

Aber nö. Cool bleiben. Erstmal wickeln. Nebenan in der Toilette mit Wickeltisch, den man direkt neben dem WC aus der Wand klappen kann. Erfrischendes Fäkalaroma liegt in der Luft. Ich möchte am liebsten nichts berühren. Also schnell Vorkehrungen treffen und dann zackig die Windeln wechseln. (Das war eine ähnlich große Herausforderung, wie die erste Windel nach der Geburt.) Die ganze Zeit dazu bereit, das Kind vor dem Sturz ins Klo zu bewahren. Eine ziemlich wackelige Angelegenheit so eine Zugfahrt… (Das kann aber insgesamt auch ein super Training für die Rückenmuskulatur sein, wenn das Kind denn schon frei sitzen kann und wie meine Tochter nicht die ganze Fahrt über im Ergobaby hängen will. Den Boden des Kleinkindabteils habe ich nämlich für nicht krabbelwürdig befunden.)

Als nächstes probierten wir Saunieren im Kleinkindabteil. Mit Nele im Ergobaby umgeschnallt schwitzen wir eh schon immer Bauch an Bauch. Da drehte der Opa plötzlich die Heizung auf! Hallo?! Gibt es denn kein überhitztes Seniorenabteil für solche Zeitgenossen?

Die Rückfahrt war im Allgemeinen wesentlich angenehmer. Das Kleinkindabteil hatten wir ganz allein für uns. Die Heizung habe ich streng überwacht und Nele hat direkt mal zwei Stunden geschlafen. Wunderbar! Wenn man Glück hat mit den anderen Reisenden, dann ist eine Zugfahrt auf jeden Fall sehr viel angenehmer, als ein weinendes Kind im Auto. Wir werden uns mal wieder in dieses Abenteuer stürzen.

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