Durchschlafen? Hä?! Ausschlafen? What?!

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Das ist ja schon fast witzig irgendwie. An Ausschlafen kann ich mich gar nicht mehr erinnern. Dass mich das amüsiert liegt sicherlich an allgemeiner Übermüdung. Ich werde mir zu Weihnachten und zum Geburtstag und zu Ostern und überhaupt und einzig und allein wünschen, dass ich einfach mal wieder durchschlafen kann. Daran kann ich mich nämlich auch nicht mehr erinnern.

Allein die Vorstellung ist so schön, dass ich fast weinen möchte. Wie eine sprudelnde Quelle für jemanden, der sich in der Wüste verlaufen hat und schon Tage durstig und nicht mehr ganz klar bei Verstand durch die Gegend irrt.
Nicht umsonst ist Schlafentzug eine Foltermethode. Ich bin schon lange so weit, dass ich alles zugeben würde. Alles. Aber es fragt niemand. Nichts. Meine Tochter kann einfach nur nicht schlafen. Und ich deshalb auch nicht. Also ich könnte schon. Nur nicht, wenn sie nicht schläft. Warum eigentlich nicht? Das muss ein cleverer Schachzug der Natur sein. Ich rede es mir schön. Das hilft. Manchmal.

Eine Zugfahrt, die ist…

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Wir wollten es mal mit dem Zug versuchen, da Nele Autofahren nicht so richtig (also eigentlich überhaupt nicht) leiden kann. Oder die Babyschale. Oder rückwärts fahren. Oder alles zusammen. Also habe ich uns zwei Plätze im Zug nach Bayern gebucht. Ich war ziemlich gespannt, wie Nele Zugfahren findet. Die Fahrten mit dem Auto, die nicht unbedingt notwendig sind, vermeide ich freiwillig.

Ob wir wohl alleine im Kleinkindabteil sein werden oder ob noch andere Familien, Mamas oder Papas mitfahren? Nehme ich den Kinderwagen oder lieber die Babyschale für Omas Auto mit? Fahren wir lieber vormittags oder zu einer anderen Tageszeit? Und an welchem Wochentag? Fragen über Fragen.

Nein, wir waren nicht allein im Kleinkindabteil. Ein Geschäftsreisender und ein älteres Ehepaar, von dem mindestens einer noch bis kurz vor der Abfahrt die Fluppe im Mundwinkel hängen hatte, teilten sich mit uns das Kleinkindabteil der DB auf der Hinfahrt. Von anderen Kleinkindern keine Spur. Freundlicherweise bemerkte der Mann irgendwann während der Fahrt in Richtung seiner Frau, dass mein Kind ja überhaupt nicht stört. Aha. Ich hatte plötzlich große Lust auf wilde Stillspiele mit fröhlichem Plätze tauschen, damit das Kind in Ruhe trinken kann.

Aber nö. Cool bleiben. Erstmal wickeln. Nebenan in der Toilette mit Wickeltisch, den man direkt neben dem WC aus der Wand klappen kann. Erfrischendes Fäkalaroma liegt in der Luft. Ich möchte am liebsten nichts berühren. Also schnell Vorkehrungen treffen und dann zackig die Windeln wechseln. (Das war eine ähnlich große Herausforderung, wie die erste Windel nach der Geburt.) Die ganze Zeit dazu bereit, das Kind vor dem Sturz ins Klo zu bewahren. Eine ziemlich wackelige Angelegenheit so eine Zugfahrt… (Das kann aber insgesamt auch ein super Training für die Rückenmuskulatur sein, wenn das Kind denn schon frei sitzen kann und wie meine Tochter nicht die ganze Fahrt über im Ergobaby hängen will. Den Boden des Kleinkindabteils habe ich nämlich für nicht krabbelwürdig befunden.)

Als nächstes probierten wir Saunieren im Kleinkindabteil. Mit Nele im Ergobaby umgeschnallt schwitzen wir eh schon immer Bauch an Bauch. Da drehte der Opa plötzlich die Heizung auf! Hallo?! Gibt es denn kein überhitztes Seniorenabteil für solche Zeitgenossen?

Die Rückfahrt war im Allgemeinen wesentlich angenehmer. Das Kleinkindabteil hatten wir ganz allein für uns. Die Heizung habe ich streng überwacht und Nele hat direkt mal zwei Stunden geschlafen. Wunderbar! Wenn man Glück hat mit den anderen Reisenden, dann ist eine Zugfahrt auf jeden Fall sehr viel angenehmer, als ein weinendes Kind im Auto. Wir werden uns mal wieder in dieses Abenteuer stürzen.

Ohne geht es auch

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Oje, wir sind keine Hipster-Eltern! Ob unser Kind wohl trotzdem groß werden wird?! Wir haben keinen Bugaboo, keine limitierte Andy-Warhol-Edition, keinen sündhaft teuren Joolz, keinen Tripp Trapp und auch keine Hasenlampe im Kinderzimmer. Unsere Wohnung ist nicht im skandinavisch schlichten Einheitslook eingerichtet und es ist so gut wie nie aufgeräumt. Wir haben einen gebrauchten Kinderwagen für 50 Euro gekauft. Der No Name Hochstuhl war sogar ganz umsonst.

Statt überteuerter Designerstücke gibt es bei uns einen wilden Mix aus den Möbeln meiner erster Wohnung und den Möbeln meines Mannes. Wir haben fast nichts neu gekauft, als wir vor über einem Jahr in unsere erste gemeinsame Wohnung gezogen sind. Unsere Tochter spielt mit Spielsachen, die teilweise noch aus meinen Kindheitstagen übrig geblieben sind. Dafür ist unsere Tochter sehr frei darin, die Wohnung und die Welt zu entdecken. Es kann ja nicht viel kaputt gehen. Und wenn, dann ist es nicht weiter dramatisch – war schließlich nicht teuer.

Ich muss allerdings zugeben, dass es gar nicht so einfach war, mich mit diesem wilden Stilmix anzufreunden, wenn man medial von allen Seiten mit strahlend weißen und immer ordentlichen Wohnungen bombardiert wird. Aber es geht auch anders und mit viel Liebe!

DIY: Bruchschokolade

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Wir waren gestern zum Frühstück eingeladen und vor lauter Kind ist mir zum Glück gerade noch rechtzeitig eingefallen, dass wir eine Kleinigkeit mitbringen sollten. Praktischerweise kam die Inspiration zu dem Mitbringsel genau zum richtigen Zeitpunkt Samstagmittag in Rachel Khoos Sendung „London in meiner Küche“: Bruchschokolade.

Die kann man ganz einfach selber machen und sieht hübscher aus, als einfach eine gekaufte Tafel Schokolade zu verschenken. Ich habe dazu Zartbitter- und Vollmilchschokolade über dem Wasserbad geschmolzen, alles in eine mit Backpapier ausgelegte Auflaufform gegossen und dann gesalzene Nüsse und Cranberries darauf verteilt. Anschließend das Ganze einfach in den Kühlschrank stellen, am besten über Nacht. Am nächsten Tag kann man die Schokolade ganz einfach in Stücke brechen und in hübsche Tütchen verpacken.

Je mehr Kakaoanteil in der Schokolade, desto weniger cremig wird sie und lässt sich dann auch einfacher brechen. Das gilt auch, je weniger Schokolade man nimmt, dann wird die Bruchschokolade nicht so dick. Aber das ist Geschmackssache. Genau wie die Zutaten, die man auf der Schokolade verteilt. Ich experimentiere bestimmt noch ein paar Mal.

Auszeit

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Ich laufe nervös durch die Wohnung. Erholung? Brauche ich nicht. Endlich mal schlafen? Fehlanzeige. Irgendwas ist anders. Hier stimmt doch was nicht.

Papa ist schon seit drei Stunden mit dem Kind unterwegs. Die Großeltern besuchen. Ob wohl alles in Ordnung ist? Vielleicht ist ihnen etwas passiert. Sie sind schon so lang weg. Seit DREI Stunden. Hm, was mache ich nur?! Mich ablenken. Mal schnell ein paar Sachen erledigen. Bügeln, was für ein ungewohntes Gefühl. Einkaufen. Warten. Hm, noch mal einkaufen. Jetzt rufe ich aber mal an. Mist, keiner geht ran. Okay, weiter ablenken. Aufräumen. Juhu, das Telefon klingelt. Mein Mann fragt, ob es in Ordnung ist, wenn sie noch zur Uroma fahren. Nele hat schon geschlafen und gerade gegessen. Ich soll mir doch Sushi bestellen oder so. Es dauert bestimmt noch zwei, drei Stunden.

Für einen kurzen Moment frage ich mich, ob ich als Mutter überhaupt noch gebraucht werde. Die kommen wohl ganz gut ohne mich klar. So viele Stunden. Fühlt sich komisch an. Kann mich nicht dran erinnern, dass ich seit der Geburt mal so lange von meinem Kind getrennt war. Oder ich habe die wenigen Male vergessen, vor Müdigkeit. Das kann sein. Na gut, dann lege ich jetzt eben mal die Füße hoch. Ha, fühlt sich an wie Urlaub am Meer. Endlich mal Auszeit.

Und sonst so? Rachel Khoo!

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Eine meiner liebsten Beschäftigungen, wenn Nele Mittagsschlaf macht: Rachel Khoo schauen. Als Nele noch sehr viel kleiner war, habe ich Stunden und Tage damit verbracht, mit ihr auf dem Arm im Schaukelstuhl zu sitzen. Das Kinderzimmer hatte ich vom Schaukelstuhl aus bald zur Genüge studiert, da haben mich Pinterest und Instagram durch den Tag gerettet, während Nele ihn auf mir liegend verschlafen hat.

Nele wurde größer und schwerer. Und anspruchsvoller. Einfach so schlafen war nicht mehr drin (…also aus Neles Sicht, ich ja eh nicht – als Mutter braucht man nämlich keinen Schlaf). Stattdessen wirkte es umso beruhigender auf sie, je mehr ich in Bewegung war. Mit ihr auf dem Arm selbstverständlich. Allerdings hatte ich so keine Hände mehr frei und war ja eh ständig in Action. Die Schwangerschaftskilos bin ich auf diese Weise rasend schnell losgeworden (viel zu schnell und außerdem auch noch zu viele). Ich bin wochenlang zu nicht sehr viel gekommen.

Seit ein paar Wochen schläft Nele (während des Tages) endlich regelmäßiger und ich nehme tagsüber oft eine Tragehilfe, damit ich mal für einen Moment die Hände frei habe.
Oft blättere ich dann durch Magazine, beantworte ein paar Mails, oder schaue Rachel Khoo. Zur regulären Sendezeit Samstagmittag auf Sixx klappt es selten, aber in solchen Fällen gibt es ja die passende App. Ich mag die Sendung, weil sie so bunt ist und weil es immer noch um anderes geht, als einfach nur kochen. Die Rezepte im TV und online stimmen manchmal nicht so ganz überein, aber das stört mich nicht weiter. So ist das eben im Leben, es läuft nicht immer alles perfekt.

Happy Family

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Man stellt sich einmal folgende Szene vor: Mutter und Vater sitzen hübsch zurecht gemacht in hellen Gewändern im weiß bezogenen Ehebett, ihre drei Kinder – das jüngste ist noch ein Baby – turnen friedlich mit perfekt aufeinander abgestimmten, fleckenfreien Klamotten um sie herum. Alle sehen ausgeschlafen, zufrieden und erholt aus, Streit gibt es in dieser Familie nie, schlechte Laune schon dreimal nicht und die Kinder kleckern und krümeln in keinem Alter. Natürlich scheint auch noch die Sonne und das Sonnenlicht lässt die gesamte Familie erstrahlen und butterweich aussehen.

HALLO?!?! Wo ist das denn bitte Realität? Eigentlich ist es doch eher so:
Das Elternbett ist mit den unterschiedlichsten Kissen- und Bettdeckenbezügen in irritierendem Mustermix bezogen. Mama hatte keine Zeit, sich die Haare zu waschen und sitzt in Wohlfühlklamotten auf der Bettkante, während es sich die Hunde mitten im Bett bequem gemacht haben. Das Baby brüllt und hat erst recht keine Lust, sich auf dem Arm ruhig zu verhalten. Papas Schlaf-Shirt, das er noch trägt obwohl es schon Mittag ist, hat am Rücken noch Spuren von Babykotze und auf ein Familien-Shooting hat er sowieso keinen Bock. Die Laune sinkt. Alle sind genervt und möchten sich bei dem Gedanken an die weichgespülte Familie (ganz oben genannt) übergeben.

Okay, davon trifft nicht alles zu, aber Letzteres liegt deutlich näher an der Realität, als das einleitend genannte Beispiel. Von solchen Bilder, die einem im Netz zahlreich begegnen, bekommt frau doch sofort schlechte Laune, oder nicht? Wie soll man es je schaffen, dass alles tipptopp aufgeräumt ist, trotz Baby alle nachts ausreichend schlafen und sich das Kind am besten ab Geburt nur über der Toilette übergibt? Nein, danke, da lebe ich doch lieber glücklich in der Realität.