Los geht’s!

Kinderzimmerchaos

Fast acht Monate hat es gedauert das alltägliche Chaos anzunehmen und in ersten Anfängen tatsächlichen von ganzem Herzen und besonders mit voller Aufmerksamkeit Mama zu sein. Acht Monate voll schlafloser Nächte, Gefühlschaos, ungebügelter Wäscheberge, Unsicherheit, Erziehungsfragen, Hundehaaren auf der Couch, Liebe, zu wenig Zeit, mitreißendem Kinderlachen, Terminen, Wut, scheinbar grundloser Trauer und Verzweiflung. Die ersten Monate nach Neles Geburt im Januar habe ich mich so oft gefragt, warum mir keiner erzählt hat, dass sich nach diesem freudigen Ereignis (das in meinem Fall in einem nicht so erfreulichen Notkaiserschnitt endete) erstmal die Baby-Hölle auftut. Und ich möchte sogar meinen, dass wir ein durchschnittlich gut schlafendes Kind haben, das sich bestens entwickelt. Trotzdem waren die Nächte – und somit auch irgendwie die Tage – in den ersten Wochen alles andere als erfreulich. Ich war einfach nur müde und bin das oft auch heute noch. Die Erleichterung kam dann mit einer Mail, die ich in einem Moment purer Verzweiflung und völliger Übermüdung an eine andere Mama geschickt habe. Der Betreff lautete: „Mama am Limit“. Aus der Antwort-Mail, die ich bekam, sprach pure Erleichterung und Zustimmung. Es war so, als müsste sich nur mal einer trauen, die nicht so schönen Dinge auszusprechen und es wurde klar, ich bin nicht allein. Auch bei anderen Mamas und Papas läuft nicht alles superduper puderrosa und himmelblau. Das zu wissen, war die reinste Wohltat – nicht weil ich es ihnen nicht gönnen würde, sondern weil Austausch auf gleicher Ebene einfach so hilfreich und wohltuend ist.

Der Wille vorgeburtliche Freizeitbeschäftigungen und Rituale in das Mama-Dasein mitzunehmen war groß, übrig geblieben ist davon letztendlich aber nicht viel. Es wird nun also höchste Zeit für mehr Gelassenheit als Mutter und ein paar mehr dieser kleinen Strohhalme, an die ich mich klammere und die mich daran erinnern, dass ich eben nicht nur Mama, sondern auch Frau bin. Ich blogge, weil es mir Spaß macht und weil ich währenddessen ein paar Minuten Pause vom Vollzeit-Mama-Dasein einlegen kann. Ich möchte mich (noch) nicht auf Regelmäßigkeiten festlegen, denn meine Tochter braucht mich oft und dabei verfolgt sie keinen festen Zeitplan. Chaoshochzehn ist hauptsächlich eine Erinnerung an mich selbst, dass nicht immer alles perfekt sein muss. Lebewohl Perfektionismus, ab jetzt von Herzen unperfekt – los geht’s!