Hunger. Jetzt.

  
Nun ja. Zwar äußert Nele noch nicht wörtlich, dass sie Hunger hat, aber wenn sie sich in der Küche auf den Boden wirft und sich jammernd an meine Beine klammert, dann ist dies ein ziemlich sicheres Zeichen dafür, dass es allerhöchste Zeit ist den Magen zu füllen.

Wenn ich abends mit dem schlafenden Kind auf mir, oder mit Neles Füßen (oder jedem anderen, beliebigen Körperteil) in meinem Gesicht neben Nele im Bett liege, dann klicke ich mich gerne durch Instagram. Beim ersten Anblick eines Melone-Feta-Salats dachte ich noch: interessant. Heute mal schnell nachgeschnibbelt. Mit Wassermelone, Feta, Basilikum und Balsamico-Creme. Und es war so: Oh. Ja. Lecker.

Die Qual der Wahl

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Lang hatten wir hin und her überlegt. Nehmen wir den Cybex oder den Kiddy als Nachfolgesitz für’s Auto? Die Babyschale musste dringend ersetzt werden. Nele fand es ganz und gar nicht spaßig, gegen die Fahrtrichtung zu sitzen. Und weil wir ihr Gebrüll ebenso wenig erfreulich fanden und man merkwürdigerweise ziemlich unentspannt reist, wenn der Geräuschpegel durchgehend vermuten lässt, man säße bei Feueralarm in direkter Nähe der Sirene, musste das Kind schleunigst umgedreht werden. Schließlich wollte ich meine Nerven nicht schon vor der Familienfeierlichkeit während der nächsten Autofahrt verlieren.

Also folgten tage- und wochenlange Recherechen im Netz und Live-Befragungen von erfahrenen Eltern. Super hilfreich ist hier zum Beispiel das Online-Portal miBaby, da findet man nicht nur Erfahrungsberichte anderer Eltern, sondern auch sehr interessante Artikel von Experten. Nicht nur zum Thema Kindersitze, sondern auch zu Babyschlaf u.v.m.

Stiftung Warentest findet beide Sitze gut. Auch ein Anhaltspunkt. Oder doch lieber der Preis? Wir nutzen den Sitz ja äußerst selten – haben nicht mal ein eigenes Auto. Ne, doch lieber auf die Sicherheit achten und etwas mehr Geld ausgeben. Ein Fangkörper muss sein. Gibt mehr Sicherheit. Oder schränkt der die Bewegungsfreiheit zu sehr ein?! Die Fachkundigen halten Nele für Kiddy und Cybex für zu klein. Da haben sie sich allerdings geirrt. Sitzprobe läuft super. Also welchen nehmen wir nun? Der Cybex ist ziemlich wuchtig. Der Kiddy etwas zierlicher, leichter und hat als einziger Sitz eine Zulassung für’s Flugzeug. Auch wenn ich mir im Moment nicht vorstellen kann, dass ich mir den Sitz dann nach dem Flug einfach mal so für den Transport ins Hotel unter den Arm klemme… Trotzdem ist die Entscheidung auf den Kiddy Guardianfix Pro 2 gefallen (irgendwann muss man sich eben entscheiden). Was man hat, hat man schließlich. Und man weiß ja nie.

Das Gejammer ist schon mal nicht mehr ganz so groß. Jedenfalls auf kurzer Strecke. Möglicherweise liegt es aber auch daran, dass es sich mit vollem Mund nicht so gut meckern lässt. Der Appetit jedenfalls ist gesegnet!

Happy Muttertag!

  
 

In den letzten Wochen habe ich viele Artikel gelesen, in denen stand, dass Mütter doch bitte nicht so kritisch mit sich selbst sein sollen. Sehr oft fragt mutter sich doch, ob sie alles richtig macht, ob da nicht noch mehr ginge und das ganz besonders besser. Höher, schneller, weiter. Naja, ich finde, Mamas leisten so schon ganz schön viel. Muttersein ist kein leichter Job und schon gar keiner, den man mal so eben easy-peasy nebenbei erledigt. Man sorgt sich um das Kind, macht sich Gedanken um die Zukunft, hofft auf lebenslange Gesundheit, möchte immer Beschützer sein, gleichzeitig wissend, dass das nicht immer der Fall sein wird, man erledigt unglaublich viele Termine zusätzlich zu den eigenen, plant die Tage halbwegs vorausschauend, macht die Nächte durch, wenn das Kind mal nicht schlafen kann, hängt stundenlang auf dem Spielplatz rum, liest nicht das neueste Magazin, weil das Kind lieber an der Hand laufend die Welt entdecken möchte… Es ist höchste Zeit, dass Mamas sich heute selbst feiern! Eigentlich jeden Tag. So ein bisschen. Zwischendurch. 

Zur Feier des Tages habe ich nicht nur meine Mutter mit dem Muttertagsstrauß von Bloomy Days, sondern auch mich selbst mit rosa Rosen, Pfingstrosen und Ranunkeln beglückt! 

Die Zeiten ändern sich

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Und zwar ständig. Zuerst dreht sich das Kind vom Rücken auf den Bauch, dann krabbelt es quer durch die Wohnung und plötzlich steht es schneller als man schauen kann. Die Entwicklung geht dermaßen rasant voran und irgendwie sind die ersten Monate unglaublich schnell vergangen. Oft meint man ja, dass genau das Gegenteil der Fall ist, wenn man nachts hundemüde das Kind schaukelt und die Zeit dabei überhaupt nicht vergeht.

Und schwupps, schon beginnt morgen bereits die Eingewöhnung in die Krippe. Und wie bei allen Veränderungen seit Neles Geburt machen sich auch hier gemischte Gefühle in meinem Mutterherzen breit. Die Freude über den Krippenplatz war riesig! Total erleichternd. Wie hätte das sonst funktionieren sollen, wenn ich wieder arbeiten gehe?! Das Ende der Elternzeit muss man schließlich lange bevor man überhaupt irgendetwas zur Betreuung weiß angeben. Die Hunde als Babysitter? Eher keine gute Idee.
Aber jetzt wo der erste Tag in der Krippe direkt bevor steht: Sehr seltsam, dass Nele demnächst mehr wache Zeit mit einer anderen Bezugsperson als mir verbringen wird. Gleichzeitig freue ich mich aber auch auf die Zeit für mich und auf meinen Job, der mir schon immer total viel Spaß gemacht hat. Oh man. Jetzt ist mein kleines Baby schon so groß. Ein Vorgeschmack darauf, wie es später mal sein wird, wenn Nele auszieht. So fühlt es sich an.
Loslassen – was für eine schwierige Übung in dieser wohl innigsten Beziehung zwischen Mutter und Kind.

Jedes Kind ist anders

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Und jede Erwartungshaltung auch. Irgendwie finde ich die hierzulande weitverbreitete Erwartung, ein Kind müsse alleine ein- und durchschlafen (und zwar am besten im eigenen Zimmer) wenn es wenige Monate alt ist, ziemlich blöd. Von allen Seiten rieselt es auf einen nieder. Verwunderung, Erstaunen, Entsetzen, Ratschläge noch und nöcher, damit unsere Tochter endlich mal schläft wie ein Erwachsener. Dabei ist sie erst acht Monate alt.

Nein, sie schläft nicht durch. Und sie schläft auch nicht alleine ein. Nur in sehr seltenen Fällen lässt sie sich schlafend ablegen. Und das ist auch ganz normal, natürlich und gesund. Am besten schläft sie, wenn sie sich sicher und in unserer Nähe fühlt. Also schläft sie nachts direkt neben mir. Das Beistellbett war ihr schon seit der Geburt zu weit von mir entfernt, denn nachts werden immer mal Arme und Beine nach mir ausgestreckt. So ist bei uns alles in bester Ordnung. Und wenn Nele nicht gerade Zahnungsbeschwerden oder einen Entwicklungsschub hat, dann haben wir auf diese Weise die besten Nächte. Es klappt allerdings auch erst so richtig gut, seit ich mich von dem Zwang befreit habe, Nele müsse doch unbedingt demnächst mal alleine im eigenen Bett schlafen.

Nach zahlreicher Lektüre, vornehmlich aus Australien, denke ich, Nele wird das schon machen. Wenn sie so weit ist.

Durchschlafen? Hä?! Ausschlafen? What?!

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Das ist ja schon fast witzig irgendwie. An Ausschlafen kann ich mich gar nicht mehr erinnern. Dass mich das amüsiert liegt sicherlich an allgemeiner Übermüdung. Ich werde mir zu Weihnachten und zum Geburtstag und zu Ostern und überhaupt und einzig und allein wünschen, dass ich einfach mal wieder durchschlafen kann. Daran kann ich mich nämlich auch nicht mehr erinnern.

Allein die Vorstellung ist so schön, dass ich fast weinen möchte. Wie eine sprudelnde Quelle für jemanden, der sich in der Wüste verlaufen hat und schon Tage durstig und nicht mehr ganz klar bei Verstand durch die Gegend irrt.
Nicht umsonst ist Schlafentzug eine Foltermethode. Ich bin schon lange so weit, dass ich alles zugeben würde. Alles. Aber es fragt niemand. Nichts. Meine Tochter kann einfach nur nicht schlafen. Und ich deshalb auch nicht. Also ich könnte schon. Nur nicht, wenn sie nicht schläft. Warum eigentlich nicht? Das muss ein cleverer Schachzug der Natur sein. Ich rede es mir schön. Das hilft. Manchmal.

Eine Zugfahrt, die ist…

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Wir wollten es mal mit dem Zug versuchen, da Nele Autofahren nicht so richtig (also eigentlich überhaupt nicht) leiden kann. Oder die Babyschale. Oder rückwärts fahren. Oder alles zusammen. Also habe ich uns zwei Plätze im Zug nach Bayern gebucht. Ich war ziemlich gespannt, wie Nele Zugfahren findet. Die Fahrten mit dem Auto, die nicht unbedingt notwendig sind, vermeide ich freiwillig.

Ob wir wohl alleine im Kleinkindabteil sein werden oder ob noch andere Familien, Mamas oder Papas mitfahren? Nehme ich den Kinderwagen oder lieber die Babyschale für Omas Auto mit? Fahren wir lieber vormittags oder zu einer anderen Tageszeit? Und an welchem Wochentag? Fragen über Fragen.

Nein, wir waren nicht allein im Kleinkindabteil. Ein Geschäftsreisender und ein älteres Ehepaar, von dem mindestens einer noch bis kurz vor der Abfahrt die Fluppe im Mundwinkel hängen hatte, teilten sich mit uns das Kleinkindabteil der DB auf der Hinfahrt. Von anderen Kleinkindern keine Spur. Freundlicherweise bemerkte der Mann irgendwann während der Fahrt in Richtung seiner Frau, dass mein Kind ja überhaupt nicht stört. Aha. Ich hatte plötzlich große Lust auf wilde Stillspiele mit fröhlichem Plätze tauschen, damit das Kind in Ruhe trinken kann.

Aber nö. Cool bleiben. Erstmal wickeln. Nebenan in der Toilette mit Wickeltisch, den man direkt neben dem WC aus der Wand klappen kann. Erfrischendes Fäkalaroma liegt in der Luft. Ich möchte am liebsten nichts berühren. Also schnell Vorkehrungen treffen und dann zackig die Windeln wechseln. (Das war eine ähnlich große Herausforderung, wie die erste Windel nach der Geburt.) Die ganze Zeit dazu bereit, das Kind vor dem Sturz ins Klo zu bewahren. Eine ziemlich wackelige Angelegenheit so eine Zugfahrt… (Das kann aber insgesamt auch ein super Training für die Rückenmuskulatur sein, wenn das Kind denn schon frei sitzen kann und wie meine Tochter nicht die ganze Fahrt über im Ergobaby hängen will. Den Boden des Kleinkindabteils habe ich nämlich für nicht krabbelwürdig befunden.)

Als nächstes probierten wir Saunieren im Kleinkindabteil. Mit Nele im Ergobaby umgeschnallt schwitzen wir eh schon immer Bauch an Bauch. Da drehte der Opa plötzlich die Heizung auf! Hallo?! Gibt es denn kein überhitztes Seniorenabteil für solche Zeitgenossen?

Die Rückfahrt war im Allgemeinen wesentlich angenehmer. Das Kleinkindabteil hatten wir ganz allein für uns. Die Heizung habe ich streng überwacht und Nele hat direkt mal zwei Stunden geschlafen. Wunderbar! Wenn man Glück hat mit den anderen Reisenden, dann ist eine Zugfahrt auf jeden Fall sehr viel angenehmer, als ein weinendes Kind im Auto. Wir werden uns mal wieder in dieses Abenteuer stürzen.